Das lange 19. Jahrhundert neu betrachtet! Zur Darstellung von Armut und Reichtum in der bildenden Kunst

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Abstract

Das lange 19. Jahrhundert nimmt mit zahlreichen sozialen Entwicklungen und Umbrüchen in der jüngeren europäischen Geschichte eine zentrale Rolle ein. Kunstwerke aus diesem Zeitraum stellen Berichte über die Wahrnehmung solcher Themen durch Zeitzeugen dar. Die kunsthistorische Analyse solcher Kunstwerke erfolgt durch die stichprobenartige Betrachtung von Kunstwerken und deren Vergleich mit kanonischen Annahmen.
Dieser Bericht betrachtet die Darstellung der Themen Armut und Reichtum im 19. Jahrhundert auf Basis von einer großen Fülle an Werken und Daten und vergleicht diese mit exemplarischen Untersuchungen. Hierfür werden die Schlagworte der Bilder eines umfassenden Datensatzes mit statistischen Methoden untersucht.
Hierbei zeigte sich, dass gängige Thesen zum Teil belegt werden konnten, während andere aufgrund des Aufwands noch weitere Forschung erfordern und andere erst auf Basis einer umfassenderen Datengrundlage mit gesicherter Qualität zuverlässig beurteilt werden können. Während die Methoden der Datenanalyse eine wichtige Ergänzung zum üblichen Vorgehen der Kunstgeschichte darstellen können, ist das Zusammenspiel zwischen Altbewährtem und Digitalem und die Bewertung durch Experten dennoch weiter wichtig.
Zusätzlich wird das methodische Vorgehen beschrieben. Das Projekt zeigt hiermit anhand des exemplarischen Themas, wie die Digitalisierung neue Möglichkeiten zur Gewinnung von Erkenntnissen in der Kunstgeschichte ermöglicht. Das Vorgehen ist leicht auf andere Fragestellungen übertragbar und kann durch genauere Analysemethoden oder zusätzliche Datenquellen ergänzt werden. Mit stetig wachsenden, digitalen Datenquellen und zusätzlichen Methoden der Datenanalyse und Bilderkennung wird der Stellenwert der Informatik in der Kunstgeschichte zudem noch weiter steigen.

Gliederung

  1. Einleitung
  2. Forschungsstand
  3. Datenkritik
  4. Zeitliche Analyse: Von der herrschaftshörigen Salonkunst zur engagierten Darstellung von Gesellschaftsmissständen?
  5. Ikonographie von Armut und Reichtum
  6. Analyse und statistische Auswertungen
  7. Düstere Zeiten? Farbanalyse von Armut und Reichtum
  8. Fazit

1. Einleitung

Um die wesentlichen Charakteristika und Motive der bildenden Kunst innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, einer Epoche oder einer Strömung näher zu bestimmen, stellt die Betrachtung exemplarischer Werke eine elementare Methode der kunsthistorischen Praxis dar. Dabei finden insbesondere diejenigen Künstler und deren ikonische Kunstwerke Beachtung, denen im Laufe der Kunstgeschichtsschreibung ein fester Platz im Kanon der Kunst zugewiesen wurde. Diese künstlerischen Artefakte einer Zeit werden miteinander verglichen, unter den jeweiligen Maßgaben verschiedener Wissenschaftskontexte interpretiert und anhand dessen Annahmen über die Kunst einer spezifischen Zeit getroffen.

Eines dieser epochemachenden Kunstwerke, das die Wahrnehmung von bildwürdigen Motiven sowie die Darstellung von Armut und trivialer Arbeit im 19. Jahrhundert neu definierte, ist Gustave Courbets (1819-1877) Gemälde Les Casseurs de pierres (Die Steinklopfer) von 1849. 1)Bajou, Valérie: Courbet, Paris 2003, S. 115 In diametralem Gegensatz dazu steht das 1806 entstandene Gemälde Napoléon Ier sur le trône impérial von Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780-1867), das vielfach als letztes klassisches Herrscherbild repräsentativer Gattung bezeichnet wurde und Kaiser Napoleon Bonaparte im reichen Krönungsornat von Purpur und Hermelin zeigt. 2)Siegfried, Susan: Ingres. Painting Reimagined, New Haven und London 2009, S.149.

Dieser starke Gegensatz zweier Bilder, deren Entstehungszeitpunkte weniger als 50 Jahre voneinander entfernt liegen, wird sicherlich durch die vergleichende Werkauswahl intensiviert. Fest steht aber auch, dass Kunsthistoriker stets nur ein begrenztes Konvolut an Werken zur Analyse heranziehen können. Um Tendenzen der Kunstgeschichte einer Zeit auch abseits der tradierten Hauptwerke flächig zu untersuchen, können quantitative Methoden der Datenanalyse aus dem Bereich der digitalen Kunstgeschichte wertvolle Erkenntnisse bringen. Kunsthistorische Forschung mithilfe von Big Data, die zum Beispiel durch das „Social Image Tagging“ Spiel Artigo generiert werden, bietet die Möglichkeit Charakteristika, Klassifikationen und Tendenzen der Kunst in Gänze neu zu interpretieren. 3)Manovich, Lev: Data Science and Digital Art History, in: International Journal for Digital Art History, 1 (2015), S. 22. Aufgrund dessen liegt dem vorliegenden Projektbericht die Frage zugrunde, inwieweit sich kanonische, kunsthistorische Annahmen über die Darstellung von Armut und Reichtum in der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts bei der Betrachtung einer großen Fülle an Werken und Daten verglichen mit exemplarischen Untersuchungen bestätigen.

Zu Beginn erfolgt daher eine knappe Darstellung des Forschungsstands, gefolgt von einer Beschreibung und kritischen Evaluation des verwendeten Datensatzes. Anschließend werden die statistischen Auswertungen präsentiert, die maßgeblich in Kapitel sieben einfließen. Als erste quantiative Methode wird zunächst eine zeitliche Analyse verschiedener Tags zu Armut und Reichtum angestellt und diese Einteilung mit dem bisherigen kunsthistorischen Narrativ einer zusehends naturalistischeren Darstellung in der Kunst abgeglichen. Zweitens werden die Ergebnisse einer Farbanalyse mit gängigen Vorstellungen zum Kolorit von sozial engagierter Kunst verglichen. Drittens wird die Ikonographie mittels verschiedener Aufbereitungen von Tags zur Kunst im 19. Jahrhundert auf Charakteristika, Korrelationen und Cluster untersucht.

2. Forschungsstand

Das 19. Jahrhundert wurde in zahlreichen kunsthistorischen Publikationen sowohl überblickshaft als auch aus mulitplen Einzelperspektiven solide erforscht. Dessen Relevanz erklärt sich unter anderen durch die Tatsache, dass in diesem Jahrhundert die wesentlichen Grundlagen unserer Gegenwart von der Industrialisierung über die Säkularisierung bis hin zur Demokratisierung wurzeln. Wenngleich das „lange“ 19. Jahrhundert in der Forschungsliteratur zumeist auf den Zeitraum zwischen der französischen Revolution und dem Beginn des ersten Weltkriegs bemessen wird, fokussiert sich der vorliegende Bericht auf die Jahre 1800 bis 1899.Dementsprechend gibt es auch zahlreiche und umfangreiche Standardwerke zu den diversen Strömungen und Neuerungen in der Kunst dieser Zeit. Zu diesen gehören unter anderem Werner Hofmanns Das irdische Paradies: Kunst im neunzehnten Jahrhundert in der Erstauflage von 1960 oder  Lorenz Eitners An outline of 19th century European painting : from David through Cézanne (1987).

Die Repräsentation von armen Menschen in der Malerei ist zwar kein unbeschrittenes Terrain der Kunstgeschichte, jedoch wurde dieses Spezialgebiet im kunsthistorischen Diskurs bislang eher stiefmütterlich behandelt. Zur Armendarstellung speziell im 19. Jahrhundert ist Carmen Flums Monographie Armeleutemalerei. Darstellungen der Armut im deutschsprachigen Raum 1830 – 1914 von 2013 hervorzuheben. Die Armeleutemalerei stellt einen Teilbereich der Genremalerei dar, der Armut als Mittelpunkt des Bildgeschehens setzt. Davon abzugrenzen sind Darstellungen von Bettlern, die lediglich als Staffage Einsatz finden. Die Kunsthistorikerin untersuchte eine große Anzahl von Bildern aus dem deutschsprachigen Raum mit Entstehungsdaten zwischen 1830 bis 1914. Aus dieser Fülle von Darstellungen nahm sie eine Klassifizierung innerhalb der Armeleutemalerei vor. 4)Flum, Carmen: Armeleutemalerei. Darstellungen der Armut im deutschsprachigen Raum 1830-1914, Merzhausen 2013.  Howden-Chapman und Mackenbach (2002) näherten sich diesem Thema von der Seite öffentlicher Gesundheitsversorgung aus. In ihrer Studie zur Darstellung von Armut in europäischer Malerei des 19. Jahrhunderts zeichnen sie die Wechselwirkungen von Armut und Gesunheit in der damaligen Alltagswelt nach und erarbeiten darauf aufbauend eine Typologie der Darstellungsdimensionen von Armut. Diese beiden Publikationen setzen sich mit einem Teil der Fragestellung, die diesem Projekt zugrunde lag auseinander und dienen als wichtige Referenzpunkte für eine Ikonographie der Armut.

Was dagegen den Ausdruck von Reichtum in Kunstwerken betrifft, so scheint dieser im 19. Jahrhundert keinen prominenten  Platz in der Kunstgeschichte einzunehmen. Der Fokus in der kunsthistorischen Forschung dieser Epoche liegt nach wie vor stark auf der Neuordnung der Gattungshierachien, der Befreiung der künstlerischen Subjektivität und den stilistischen Neuerungen der „Kunst im Zeitalter der -ismen“. 5)Hofmann, Werner: Das irdische Paradies. Kunst im neunzehnten Jahrhundert, München 1960, S. 8f. Nach dem Kenntnisstand der vorliegenden Arbeit gibt es zum Motiv des Reichtums keine spezifische Literaturgrundlage. Dieses kunsthistorische Forschungsdesiderat könnte auch damit zusammenhängen, dass sich im Zuge politischer und sozialer Veränderungen die Auftraggeber der Kunstwelt verändert haben. Während Monarchen als Käufer repräsentativer Herrscherporträts zusehens wegfielen, wuchs der private Markt für Kunst stetig an. Da die neu entstandene und zumeist im Großbürgertum angesiedelte Sammlerschaft sich insbesondere über „Kultur“ definierte und Kunstkenntnis als wesentliches Insignium des bürgerlichen Habitus begriff, geriet Kunst als prunkvolle Macht- oder Statusdemonstration und somit auch verbildlichter Reichtum in den Hintergrund. 6)Schmitz, Thomas: Die deutschen Kunstvereine im 19. und frühen 20. Jahrhundert: ein Beitrag zur Kultur-, Konsum- und Sozialgeschichte der bildenden Kunst im bürgerlichen Zeitalter, Neuried 2001, S. 461. Demnach verwundert auch das Forschungsdefizit in einer spezifischen Gegenüberstellung von Armut und Reichtum kaum. Speziell zur Kunst des 19. Jahrhunderts findet sich dazu keinerlei Material, wenn man von der Darstellung weniger reicher Wohltäter in Armeleutekunst absieht. In Anbetracht der damaligen sozialen Relevanz, bergen künstlerische Verarbeitungen von Armut oder Reichtum als zeithistorische Dokumente auch heutzutage wichtige Erkenntnisse und eine Beschätigung mit ebendiesen ist als lohnenswertes Wissenschaftsziel einzustufen.

3. Datenkritik

Eine Herausforderung stellt hierbei die Datengrundlage dar, die auf den gesammelten Daten der eingangs bereits kurz erwähnten “Social Image Tagging” Platform Artigo basieren. Das Projekt versucht mit Hilfe von Crowd Sourcing eine Verschlagwortung von Kunstwerken zur erreichen, um damit eine semantische Kunst-Suchmaschine zu betreiben. Auf der Webseite des Projekts stehen neben der Kunstwerk-Suche auch verschiedene Spiele zur Verfügung. Mithilfe von freiwilligen Spielern, die bei den interaktiven Spielen beschreibende Schlagwörter (Tags) zu den ihnen gezeigten Kunstwerken finden müssen, soll eine breite Datenbasis für eine detaillierte Suche geschaffen werden. Während ein Teil der Spiele darauf abzielt neue Tags zu finden, steht bei anderen die Verfeinerung bestehender Beschreibungen im Vordergrund 7)Wieser, Christoph, et al. „ARTigo: building an artwork search engine with games and higher-order latent semantic analysis.“ First AAAI Conference on Human Computation and Crowdsourcing. 2013..

Der Ansatz, freiwillige Helfer in den Prozess der Verschlagwortung miteinzubeziehen ermöglicht es die über 58.000 Kunstwerkreproduktionen, die dem Artigo Projekt zu Verfügung stehen, sinnvoll zu bearbeiten. Dabei ist es allerdings wichtig zu beachten, dass die Schlagwortvorschläge von beliebigen Personen abgegeben werden, es wird keine Fachkenntnis vorausgesetzt oder geprüft.

Im zur Verfügung stehenden Artigo Datensatz, bestehend aus über vier Millionen Tags, Metadaten zu den Kunstwerken und Künstlern, soweit vorhanden, sowie den verwendeten Farben in den Kunstwerken, zeigten sich die folgenden Effekte:

  1. Durch den unterschiedlichen fachlichen Hintergrund der Spieler hat das verwendete Vokabular der Schlagwörter eine stark variierende Qualität. Somit gibt es einerseits Fachbegriffe wie „Sozialrealismus“, andererseits wurden auch Tags wie „Penner“ in einer hohen relativen Häufigkeit gefunden.
  2. Da die Beschreibung durch eine Vielzahl an Personen durchgeführt wurde, wurden gleiche Themen häufig mit nur leicht unterschiedlichen Begriffen beschrieben. Ein Beispiel für eine solche Gruppe ist „Dreck“, „dreckig“, „Schmutz“ und „schmutzig“.
  3. Zusätzlich kamen Trivialtags wie „weiß“, “schwarz”, „Mann“ und “Frau” in absoluter Häufigkeit sehr oft vor. Da diese im gesamten Datensatz und nicht nur in dem analysierten Ausschnitt sehr häufig sind, fügen sie nur wenig Information zur Beschreibung der analysierten Phänomene hinzu.
  4. Die Beschreibung einzelner Gegenstände und Motive in einem Bild wurde häufig durchgeführt. Aus diesen muss dann auf das Gesamtmotiv zurückgeschlossen werden. Ein Beispiel hierfür sind die Begriffe „Festsaal“, „Abendkleid“ und „geschmückt“, die zum Beispiel alle auf die Darstellung eines Bankẹtts hinweisen könnten.
  5. Aufgrund der zu Beginn des Artigo Projekt noch nicht bestehenden Rechtschreibprüfung finden sich viele Fehler in den Daten. Nicht nur inkorrekt geschriebene Wörter auch verschiedene Schreibweisen von ein und demselben Wort erschweren die Analyse. Beispielsweise muss bei der Ermittlung der Anzahl der Vorkommnisse des semantischen Begriffs “weiß” nicht nur die Vorkommnisse des Tags “weiß” sondern auch die von inkorrekten und anderen Schreibweisen wie “weiss” berücksichtigt werden.
  6. Die Angabe des Entstehungsjahrs der Kunstwerke folgte keiner konsistenten Formatierung. Da zu vielen Werken kein genaues Entstehungsdatum bekannt ist, wurden in den Daten vielfach Zeiträume angeben, allerdings in einer stark variierenden Formatierung, einige Beispiele sind “1875-1880”, “1860/1864”, “2. Hälfte 15. Jh.” oder “wohl 1840er Jahre”. Um den Datensatz auf den Zeitraum für das lange 19. Jahrhundert zu reduzieren musste aufgrund der verschieden Formatierungen erst Konvertierungsarbeit geleistet werden.
  7. Die Speicherung der Tags anhand von Großbuchstaben sorgt dafür, dass eine Unterscheidung zwischen Eigennamen bzw. Nomen und anderen Wortarten nicht mehr möglich ist. Beispielsweise sind die Wörter “arm” und “der Arm” von der Schreibweise her identisch, beide werden durch den Tag “ARM” repräsentiert. Deshalb konnte bei der Suche nach Schlagwörtern, die mit Armut assoziiert werden nicht nach dem Tag ARM gesucht werden, da dieser in den meisten fällen das Körperteil beschrieb.

4. Zeitliche Analyse

Das „lange“ 19. Jahrhundert gilt als das Zeitalter der bürgerlichen Revolutionen, wie die französische Revolution 1789 oder die revolutionären Erhebungen von 1848 in ganz Europa. Diese Entwicklung mündete ferner in die Gründung neuer Staaten und Staatenbunde, beispielsweise die deutsche Reichsgründung 1871. Für die Kunstwelt und die Werke dieser Zeit konstatierte Hans Sedlmayr 1949 rückblickend einen „Verlust der Mitte“. 8)Sedlmayr, Hans: Verlust der Mitte. Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symbol der Zeit, Salzburg 1948. Statt wie zuvor Adel, Staat und Kirche wurde nun das breitere Publikum immer wichtiger als Kunde für die Künstler und nahm somit auch Einfluss auf die Bildinhalte und -gestaltung. 9)Mai, Ekkehard: Standorte, Künstler, Themen – Deutsche Malerei im 19. Jahrhundert, in: Kat. Ausst. Aus dem Neunzehnten: von Schadow bis Schuch, Museum Wiesbaden 2015, Wiesbaden 2015, S. 17. Grundlegend für die vielfältige Ausdifferenzierung und Entstehung neuer Strömungen wie dem Realismus im Gegensatz zum Historismus und der Romantik, sowie eine verstärkte Produktion von Landschafts- und Genrebildern, 10)ebd. S. 20. war neben dem privaten Markt auch die veränderte Ausbildungssituation für Maler. Die Künstler strebten nach größerer Individualität und kehrten den ehemals maßgebenden Akademien den Rücken, 11)ebd. S. 22. was schlussendlich in der Gründung der Sezessionen Ende des 19. Jahrhunderts gipfelte. 12)ebd. S. 25.

Auch die Darstellungsweisen von Armut und Reichtum unterlagen diesen vielfältigen Veränderungen im 19. Jahrhundert. Im Verlauf der Jahre sind deshalb Schwankungen in der Häufigkeit von Tags zu erwarten, die den jeweiligen Themengebieten zuzuordnen sind. Als einleitende Methode und um einen Überblick zu schaffen, wurde dies mithilfe des Artigo-Analytics-Centers untersucht. Mithilfe des dort angebotenen Häufigkeitsgraphen wurde beispielhaft anhand der Tags ‚Armut‘ und ‚Reichtum‘ betrachtet, inwieweit sich kunsthistorisch anerkannte zeitliche Grenzen innerhalb der Artigo-Taggings wiederspiegeln.

Abb.1 Relative Häufigkeit für ‚Armut‘

Abb. 2 Relative Häufigeit für ‚Reichtum‘

Wie aus den Grafiken ersichtlich wird, wurde der Tag ‚Reichtum‘ zu Kunstwerken, die im 19. Jahrhundert entstanden sind, deutlich seltener vergeben, als ‚Armut‘. Bei letzterem ist eine stetige Zunahme im Zeitverlauf zu sehen, insbesondere ab den 1850er Jahren. Diese Entwicklung entspricht auch der fortschreitenden Industrialisierung sowie den gängigen kunsthistorischen Erkenntnissen von der Entwicklung des Sozialrealismus, dessen Beginn in der Kunstgeschichtschreibung auf den Zeitraum um 1848 datiert wird. Politisch engagierte Künstler wie Courbet oder Menzel thematisierten in ihren Werken gesellschaftliche Missstände und zeigten diese im Kontrast zur art pompier realitätsgetreu und nicht idealisiert. Die größere Häufigkeit von ‚Armut‘-Taggings in der zweiten Hälfte könnte aber auch mit den vorhandenen Daten in Artigo und folglich den Sammlungstendenzen der beteiligten Museen zusammenhängen.

Auch der Tag ‚Reichtum‘ wurde vereinzelter bei Kunstwerken aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vergeben, als es für die zweite Hälfte festzustellen ist. Ab 1840 ist dann ein stetiger Zuwachs hin zu einem Peak um 1872 erkennbar, woraufhin die Anzahl der Nennungen wieder zurückgeht. Dies könnte möglicherweise mit dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges und der Gründung des Deutschen Reichs 1871 erklärt werden. Staatstragende Ereignisse wurden zu dieser Zeit noch vorwiegend in Historiengemälden festgehalten, da die Fotografie diese Funktion erst gegen Ende des 19. Jahrhundert übernehmen sollte. Diese Tatsache könnte das häufigere Auftauchen von mit ‚Reichtum‘ getaggten Kunstwerken bedingt haben.

5. Ikonographie von Armut und Reichtum

Obwohl die Thematik in der Kunstgeschichte bisher eher wenig Beachtung gefunden hat, gibt es erste Untersuchungen zu Konventionen in der Darstellung von armen Menschen für das 19. Jahrhundert. Howden-Chapman und Mackenbach (2002), die eigentlich aus dem Fachbereich des Gesundheitswesens kommen, identifizierten sechs Hauptkategorien der Abbildung von Armut und deren gesundheitlichen Folgen in den Gemälden des 19. Jahrhundert:

  1. Die Bildergruppe von ’sin and charity‘ kann in Europa auf eine Tradition von moralistischer Malerei zurückblicken, welche die Armut als Folge der Versuchung durch die sieben Todsünden, oftmals als alte Frau in Lumpen repräsentierte. Auch biblische Geschichten wurden genutzt, um an die Tugend des guten Samariters zu erinnern. Hierbei lag das Hauptaugenmerk aber eher auf der Wohltätigkeit bzw. Sünde des Einzelnen und weniger auf den zugrundeliegenden sozialen Strukturen. Die armen Menschen in diesen Gemälden boten vor allem den Reichen eine Möglichkeit, ihre Mildtätigkeit zu zeigen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ton der Kunstwerke dann kritischer gegenüber Wohltätigkeit sowie Almosenhäusern und die ärmlichen Arbeiter wurden tendenziell würdevoller dargestellt. Diese Bilder waren auch mit der moralischen Idee von der Pflicht Wohlhabender verbunden, den Ärmeren zu helfen. 13)Howden-Chapman, Philippa/Mackenbach, Johan: Poverty and painting: representations in 19th century Europe, in: BMJ 325 (2002), S. 1502-1505, S. 1502.
  2. ‚Poor housing, evictions, homelessness‘: Im 19. Jahrhundert kam es aufgrund von Enteignungen und den geringen wirtschaftlichen Überlebenschancen kleinerer Ländereien zu weitreichenden Räumungen. Besonders Frauen und Kinder wurden als Folge dessen obdachlos, da es zu dieser Zeit keine allgemeinzugänglichen Wohlfahrteinrichtungen gab. Viele der Landarbeiter emigrierten in die Kolonien und ließen die Alten und die Kinder zurück. Ein großer Teil versuchte sein Glück außerdem in den wachsenden Industriestädten, wo sie in furchtbaren und überfüllten Wohnsituationen lebten, welche die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera und Tuberkulose bedingten. 14)ebd. S. 1503.
  3. Mit der zunehmenden Industrialisierung wurden auch die Arbeitsbedingungen selbst (‚working conditions‘) zum Thema für die Malerei. Die Künstler zeigten Sympathie für die harten körperlichen Anforderungen an die Arbeiter und mit deren wachsendem Aktivismus thematisierten sie in ihren Bildern z.B. auch Streiks. Außerdem war es beliebt, einzelne Berufsgruppen wie beispielsweise Minenarbeiter, Wäscherinnen oder Gießereiarbeiter und deren zahlreiche Gesundheitsrisiken abzubilden. 15)ebd.
  4. ‚Disease and death‘ wurden als Konsequenzen von Hunger, Mangelernährung und ansteckenden Krankheiten dargestellt. 16)ebd. Auch hierbei gab es oftmals einen moralistischen Unterton. Die Armen und Sünder starben an den Krankheiten, während die Reichen und Rechtschaffenen davon verschont blieben. Im 19. Jahrhundert gab es hohe Raten von Müttersterblichkeit, weshalb in den Straßen zahlreiche Waisenkinder zurückblieben. Auch die Entstellungen und der Tod der Kinder wurde von den Künstlern thematisiert. 17)ebd. S. 1504.
  5. Als Folge von (ländlicher) Armut waren auch Bilder von ‚hunger, crime, and lifestyle risks‘ im 19. Jahrhundert nicht selten. Diese zeigten in krasser Darstellung die sozialen Positionen von Bauern ohne Grundbesitz. Oft wurden sie beim Sammeln von Ähren auf dem Feld oder der Waldarbeit gezeigt. Die Künstler setzten sich ebenfalls damit auseinander, wie Hunger und Erschöpfung mithilfe von Drogen wie Alkohol, Tabak und Laudanum betäubt wurden. 18)ebd.
  6. ‚Images of revolution and visionary societies‘: Dem Fall der Pariser Kommune folgten verschiedene Gemälde zum heroischen Widerstand der Arbeiter, deren bekanntestes Exemplar Eugène Delacroixs (1798-1863) La liberté guidant le peuple (Die Freiheit führt das Volk) von 1830 sein dürfte. Ein weiteres Beispiel für diese Kategorie von Bildern wäre Francisco de Goyas (1746-1828) Gemälde El 3 de mayo en Madrid: Los fusilamientos de patriotas madrileños (Die Erschießung der Aufständischen) aus dem Jahre 1814. Goyas Darstellung erinnert an das Motiv vom Märtyrium Christus und steht symbolisch sowohl für die Unterdrückung der Humanität im allgemeinen und die Spaniens durch Napoleon im Speziellen.
    Ebenso wurden die Schrecken des Krieges von den Malern des 19. Jahrhunderts in Form der Flüchtlingszuströme verbidlicht. Die Lebensbedingungen von Sklaven waren ein weiteres, allerdings weniger prominentes Sujet. Aus diesen Bedingungen entwickelten sich  Utopien und Visionen vom möglichen menschlichen Zusammenleben, wie beispielsweise bei William Blake (1757-1827). 19)ebd.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Carmen Flums Analyse von Gemälden aus dem deutschsprachigen Raum. Aus dem Zeitraum von 1830 bis 1914 untersuchte sie insgesamt knapp 680 Bilder, von denen viele nur noch als Stiche oder Abbildungen erhalten waren. Dabei identifizierte Flum insgesamt 11 Kategorien von Bildthemen. Zum einen gibt es die Gruppe von Armen, welche von Almosen leben. Dazu gehören die Klassen ‚Bettler‘, ‚Tagelöhner und Landstreicher‘, ‚Musikanten‘ und ‚Kinder‘. Die ‚Sammler und Verkäufer‘ versuchen dagegen aus eigener Kraft, der Armut zu entkommen. Den dargestellten Personen der Kategorie ‚Pfändungen‘ steht die größte Not noch bevor. Unter ‚»Arme Leute«‘ fallen alle Abbildungen von Menschen in der Misere, ohne ersichtliche Ursachen oder Lösungen. Außerdem gibt es aus dem 19. Jahrhundert noch ‚Bilder mit politischem Hintergrund‘, ‚Ohnmacht und Tod‘ und ‚Religiöse Themen‘, welche eng verwandt sind mit der ‚Wohltätigkeit‘. 20)Flum, Carmen: Armeleutemalerei. Darstellungen der Armut im deutschsprachigen Raum 1830-1914, Merzhausen 2013, S. 86.

Die ‚Bettler‘ wurden als Verkörperungen der Bedürftigkeit am häufigsten als Darstellung der Armut verwendet. 21)ebd. S. 88. Unter diesen wurde aber nur selten Gesellschaftskritik ausgedrückt. Auch Bilder von Bettlern, die betrügen oder Verbrechen begehen waren die Ausnahme. 22)ebd. S. 91ff.

Der Strukturwandel, der durch die Industrialisierung ausgelöst wurde, spiegelte sich in der Kunst des 19. Jahrhunderts bis in die 80er Jahre kaum wieder. Die ‚Tagelöhner und Landstreicher‘ wurden bis dahin oftmals romantisch verklärt als ‚frei[e] und unabhängig[e]‘ Vagabunden dargestellt. Zum Ende des Jahrhunderts änderte sich die Darstellung hin zu einem Typus des arbeitslosen und obdachlosen ‚Sozialschmarotzer‘, der oftmals unter Alkoholismus litt. 23)ebd. S. 93f. Auch die ‚Musikanten‘ wurden seltener im romantisch-dörflichen Umfeld situiert, sondern zunehmend in der urbanen Umgebung. 24)ebd. S. 97f.

Bis in die 1870er Jahre wurden arme ‚Kinder‘ vor allem in fröhlichen, anekdotisch wirkenden oder ergreifenden Szenen gezeigt. Im letzten Drittel wurden die Kinder-Darstellungen sentimentaler und bildeten häufig Waisenkinder ab. 25)ebd. S. 98ff.

Die ‚Sammler und Verkäufer‘ wurden in der ersten Hälfte des untersuchten Zeitraums (1830-1914) meist im Rahmen von Pfandleihen oder Notverkäufen dargestellt. 26)ebd. S. 101f. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts mehrten sich die Darstellungen beim Sammeln von Ähren, Reisig oder Holz und von Kartoffelessern. Dies könnte mit der Bekanntheit der Ährenleserinnen (1857) des französischen Malers Jean-François Millet (1814-1875) zusammenhängen. Aus Frankreich verbreiteten sich aber auch die neue Technik der Freiluftmalerei und die Vorliebe für naturalistische Malerei, wofür diese Sujets sich gut eigneten. 27)ebd. 106. Im Gegensatz zum freiwilligen Verkauf wurde der Schuldner bei den ‚Pfändungen‘ seinem Gläubiger gegenüber gestellt. Dieser trat meist als wohlgenährter Wohlhabender in den bescheidenen Wohnraum des Ärmeren. Nach der Revolution von 1848 wurde diese direkte Konfrontation aber gemieden und Pfändungen wurden nur noch selten dargestellt. 28)ebd. S. 107ff.

Die ‚»Armen Leute«‘ betteln zwar nicht, leben aber trotzdem in größter Not. Oftmals lassen sich die Ursachen für diese Situation aus dem Kontext der Gemälde erschließen, wie beispielsweise ein Brand. Dies ist aber nicht immer der Fall, sodass die Möglichkeiten zur Interpretation meist vielfältig sind. Auch verzweifelte Menschen in ausweglosen Situationen, wie Mütter die ihre Kinder abgeben, wurden oft gemalt. Auch der Typus ‚Arm und Reich‘ trat hier auf. Nach der Revolution wurden aber nicht mehr die Reichen als Verursacher der Armut dargestellt, sondern hauptsächlich der Kontrast zwischen beiden betont. 29)ebd. S. 110ff.

In ‚Bildern mit politischem Hintergrund‘ wurde die Armut im Kontext gesellschaftlich relevanter Themen abgebildet. Die Künstler wollten sich wohl für die Revolution einsezten, nach Scheitern dieser gab es auch weniger politische Kunstwerke. Zum Ende des 19. Jahrhunderts kamen aufgrund der Abschaffung des Sozialistengesetzes, neuen Druckmethoden in der Presse und der sozialdemokratischen Bewegung mehr Gemälde mit gesellschaftsrelevanten Themen auf. 30)ebd. S. 114ff.

Die Themen ‚Ohnmacht und Tod‘ kamen insgesamt nicht sehr häufig vor und wurden hauptsächlich als Konsequenz der Armut als Folge von Hunger, Erschöpfung, Krankheit oder Suizid gezeigt. 31)ebd. S. 118.

Geschichten aus der Bibel und von Heiligen wurden im 19. Jh. nur selten für die Darstellung von Armut verwendet. Wenn, dann dienten Gleichnisse zu dieser Thematik als Grundlage. 32)ebd. S. 119. Während der Heilige Martin zu dieser Zeit nur recht selten vorkam, wurde die Heilige Elisabeth von Thüringen als Vorbild für Krankenpflege und Wohltätigkeit verehrt. 33)ebd. S. 123. Unter Abbildungen von ‚institutioneller und privater Wohltätigkeit‘ waren dann auch kirchliche Einrichtungen am öftesten vertreten. Das Motiv der Kloster- oder Armensuppenverteilung war in dieser Gruppe das häufigste. Die Armenhilfe, die von Staat oder Kommunen organisiert wurde, war erst ab den 1870er Jahren ein Thema in der Malerei. Privatpersonen wurden meist auf dem Lande dargestellt, wo sie Almosen und Speisen an Arme vor ihrer Tür spendeten. 34)ebd. S. 124f. Außerdem wurden oft wohlhabende Frauen im städtischen Kontext gezeigt, die Bedürftige besuchten. In diesen Darstellungen standen aber meist die Wohltäter im Vordergrund und nicht die Armen. Damit wurde einerseits an die christliche Nächstenliebe appelliert, andererseits aber das Image des reicheren Publikums, das sich mit den Abbildungen identifizieren konnte, gepflegt. Die Hausbesuche wurden in den Gemälden vor allem von Mönchen und Frauen mit Kindern gemacht, die Herren wurden eher als das Elend ignorierend oder verursachend, wie bei den Pfändungen dargestellt. Mitgefühl und Wohltätigkeit waren in der Malerei des 19. Jahrhunderts ikonographisch wohl weiblich besetzt. 35)ebd. S. 127

Ausgehend hiervon kann man davon ausgehen, dass sich diese Erkenntnisse auch in den Taggings der Artigo-Nutzer wiederspiegeln. Die wichtigsten Themen im Zusammenhang mit Armut sind Wohltätigkeit, Arbeitsbedingungen, Wohnsituation/Obdachlosigkeit, Körperliche Folgen/Tod und Gesellschaftskritik. Wie bereits erwähnt, konnten zur Thematik ‚Reichtum‘ leider keine gleichwertigen Informationen als Grundlage für die Untersuchung verwendet werden. Die konkrete Gegenüberstellung von arm und reich innerhalb eines Gemäldes scheint insgesamt seltener aufzutreten. Reiche treten insbesondere dann auf, wenn sie das Leid der Armen noch verstärken (Pfändungen) oder mildern (Wohltätigkeit). Ausgehend von den kunsthistorischen Kenntnissen von Herrscherbildern und Adelsporträts der vorhergehenden Jahrhunderte kann man aber davon ausgehen, dass sich die bewährten Zeichen von Reichtum in Kleidung, Kosmetik und Ausstattung auch im 19. Jahrhundert wiederfinden. Die vorangegangenen, detailgenauen Ausführungen werde auch von der kunsthistorischen Überblicksliteratur zur Kunst im 19. Jahrhundert bestätigt. So bennent Werner Hofmann zwei künstlerische Tendenzen dieser Zeit als „die irdische Hölle“ und das „irdische Paradies“. Bei erstgenannter Kategorie rekurriert er auf die eingangs im Kapitel beschrieben Darstellungen des Arbeiterproletariats. Dahingegen bezieht sich das Paradies auf idealistische „Menschheitsvisionen“ bei Cezanne oder Gauguin, die in der Gegenüberstellung von Armut und Reichtum von untergeordneter Bedeutung sind. 36)Hofmann, Werner: Das irdische Paradies. Kunst im neunzehnten Jahrhundert, München 1960, S. 112-114.

Im Folgenden werden diese Charakteristika der Kunst des 19. Jahrhundert den Ergebnissen der Untersuchung der Artigo-Daten bezüglich Armut und Reichtum gegenübergestellt sowie die angewandten Methoden näher erläutert.

6. Analyse und statistische Auswertungen

Um eine möglichst breite Datenquelle für die Analyse zur Verfügung zu haben, sollte die Analyse nicht auf Basis von nur wenigen, sehr speziellen Schlagworten durchgeführt werden. Stattdessen sollten die Analysen auf Basis von einer Auswahl relevanter Stichworte durchgeführt werden, in dem Fall dieses Projektes waren dies 50 Schlagworte. Diese Anzahl wurde gewählt, da der Datensatz zu ungefähr dieser Anzahl an Daten eine annehmbare Qualität aufwies und hiermit die weiteren Analysen durchgeführt werden konnten.

Hierfür musste eine erweiterte Liste von relevanten Schlagworten für die thematischen Ausgangspunkte „Armut“ und „Reichtum“ gefunden werden. Hierfür bieten sich sowohl semantisch ähnliche Begriffe wie „ärmlich“ an, als auch Bezeichnungen verwandter Phänomene wie „betteln“ als auch assoziierte Entwicklungen wie „Industrialisierung“.

Das Ziel bei der Auswahl relevanter Begriffe war also, einerseits eine möglichst umfassende, andererseits aber auch sehr aussagekräftige Grundlage für die weiteren Analysen zu haben. Neben der Rolle dieser Begriffe als thematische Gruppe innerhalb des gesamten Datensatzes ist auch ihre Beziehung untereinander interessant.

Bei der Auswahl von Begriffen und der Analyse des Datensatzes mussten die in Abschnitt 3 genannten Phänomene beachtet und daher genauer untersucht werden. Dabei wurde iterativ vorgegangen, um stets die Erkenntnisse aus einem Arbeitsschritt in die Entwicklung der nächsten einfließen lassen zu können. Im Folgenden werden die Verfahren und das Vorgehen beschrieben, die zur Erreichung dieses Zieles verwendet wurden.

In dem einfachen, anfangs implementierten Verfahren wurde lediglich die Anzahl der Vorkommen von Tags gemeinsamen mit einem anfangs gewählten Begriff gezählt. Zum Beispiel für jedes Bild, welches das Schlagwort „Reichtum“ enthielt, die im gleichen Bild enthaltenen Tags gespeichert. Kamen die selben Tags in einem anderen Bild erneut auf, würde der Zähler des Begriffes erhöht.

Die Ergebnisse waren hierbei aber wenig aussagekräftig, da die in Punkt drei genannten Trivialtags überwogen haben. Daher wurde die Auswahl von Tags auf solche verfeinert, die lediglich im untersuchten Themengebiet und nicht im gesamten Datensatz häufig waren.

Dafür wurde das Maß der relativen Häufigkeit aus der deskriptiven Statistik verwendet. Die Vorkommen aus dem ersten Ansatz wurden weiterverwendet, zusätzlich aber noch zu sämtlichen hierbei gefundenen Tags die Häufigkeit in dem gesamten Datensatz gezählt. Anschließend wurden für jeden Tag die Vorkommen im untersuchten Datensatz durch die Vorkommen im gesamten Datensatz geteilt.

Der sich hieraus ergebende Wert zwischen 0 und 1 stellt die relative Gewichtung des Tags in der Untermenge des behandelten Themas dar. Das Ergebnis war schon wesentlich aussagekräftiger, hatte aber noch einen Nachteil. Es wurden solche Begriffe begünstigt, die ihr einziges oder ihre wenigen Vorkommen ausschließlich in dem untersuchten Datensatz hatten.

Dies waren zum einen sehr ausgefallene Begriffe, die nur von einem oder sehr wenigen Nutzern verwendet worden waren. Zusätzlich waren Worte mit Rechtschreibfehlern enthalten, da diese nicht regelmäßig im gesamten Datensatz so geschrieben wurden. Hiermit ergab sich die maximale relative Häufigkeit von 1, was das Ergebnis stark verzerrte. Dies hätte statistische Methoden wie Korrelationsanalyse oder Clusteringverfahren beeinflusst, da sie nur mit einem kleinen Datensatz arbeiten konnten.

Dieses Problem hatte es in dem ersten Verfahren nicht gegeben, da die absoluten Häufigkeiten von solchen Worten sehr niedrig waren. Daher wurde für den finalen Datensatz ein hybrides Verfahren gewählt: zuerst wurden beide Verfahren ausgewertet, anschließend aber nur solche Ergebnisse übernommen, die sowohl eine hohe relative als auch eine Mindestanzahl an absoluter Häufigkeit aufwiesen. Die daraus resultierenden Ergebnisse wurden in den folgenden Abbildungen visualisiert.

Tags in Zusammenhang mit „ARMUT“

Die wichtigsten Tags, die durch dieses Verfahren herausgefiltert wurden, lauten ‚ärmlich‘, ‚Slum‘, ‚Armut‘, ‚Gosse‘, ‚Lumpen‘ und ‚Hunger‘. Insgesamt entsprechen diese Worte den Erwartungen und decken sich auch mit den bisherigen Erkenntnissen über die Darstellungen von Armut in der Kunst. Die Tags ‚Slum‘ und ‚Gosse‘ weisen auf Bildszenen im städtischen Milieu hin. Weniger prominent tauchen dazu passend unter anderem auch die Begriffe ‚Hinterhof‘, ‚Ziegelsteine‘, ‚Baracke‘ und ‚Industrialisierung‘ auf, welche die Entwicklungen in den europäischen Städten in Folge der industriellen Revolution beschreiben.

Aber auch Tags, die vermutlich Darstellungen von Armut im ländlichen Bereich beschreiben, kommen vor. Zu diesen gehören zum Beispiel ‚Bauernstube‘, ‚Kopftücher‘, ‚Holzschuhe‘,’Genreszene‘ und ‚bäuerlich‘.

Worte wie ‚Lumpen‘, ‚Hunger‘, ‚Schmutzig‘, ‚ungepflegt, ‚Schmutz‘, ‚Bettler‘, ‚Elend‘, ‚Fetzen‘ etc. verweisen auf Kunstwerke, welche die notleidenden Armen selbt und ihre Lebensrealität abbilden.

Tags in Zusammenhang mit „REICHTUM“

Die herausstechendsten Begriffe ‚reich‘, ‚teuer‘, ‚Reichtum‘ und ‚wohlhabend‘ sind wenig überraschend. Auch die weiteren Tags wie ‚Stickereien‘, ‚Geschmeide‘, ‚Kostbar‘, ‚adlig‘ oder ‚prächtig‘ entsprechen den Erwartungen und beschreiben allesamt die abgebildeten Personen und ihre Kleidung oder Requisiten und die Umgebung.

Überraschend ist, dass weder unter den Ergebnissen zu ‚Armut‘, noch zu ‚Reichtum‘ Begriffe vorkommen, welche das Thema der ‚Wohltätigkeit‘ beschreiben. Dieses war in den früheren Untersuchungen zur Darstellung von Armut immer wieder betont worden und galt zudem als ein Sujet, welches den Kontrast ‚arm – reich‘ thematisiert. Die Ursache für dieses Fehlen könnte entweder in einer geringen Anzahl von Bildern der Wohltätigkeit in den Artigo-Daten liegen, oder am  Unvermögen der Nutzer, diese zu erkennen.

Im Anschluss an dieses Verfahren sollten Gruppen zusammengehöriger Worte wie die genannte des Banketts gefunden werden. Gesucht werden sollten solche Worte, die häufig zusammen vorkommen, also stark miteinander korrelieren. Die Korrelation gibt innerhalb eines Datensatzes die Stärke des Zusammenhangs zwischen zwei Attributen in den Elementen eines Datensatzes an. In diesem Fall stellen die Tags die Attribute dar, während die Bilder die untersuchten Elemente sind.

Das in diesem Projekt hierfür verwendete statistische Maß ist die Korrelationskoeffizient. Dieser stellt den Zusammenhang zwischen zwei Werten in einem normalisierten zwischen -1 und 1 da, während das untere Extrem einen negativen Zusammenhang und das obere Extrem einen positiven Zusammenhang darstellen.

Die Ergebnisse sind hierbei in den beiden untenstehenden Grafiken dargestellt, die exemplarisch die Korrelationen zwischen 8 ausgewählten Begriffen darstellen. Im Anhang sind umfassendere Matrizen der Korrelationen zwischen den 30 relevantesten Begriffen enthalten.

Im Themenfeld Armut hatte zum Beispiel der Begriff „Hinterhof“ viele starke Korrelationen zu anderen Begriffen aufgewiesen. In der Grafik sieht man, dass dieser häufig zusammen mit Armut, Bettlern und dem Wort „dreckig“ vorkam. Dies deutet darauf hin, dass Bilder mit einem solchen Motiv häufig gemalt wurden. Zusätzlich fällt in dem unteren rechten Viertel des Bildes auf, dass sowohl die Schlagworte „dreckig“ und „betteln“, als auch „Armut“ und „dreckig“ überdurchschnittlich häufig zusammen vorkamen. Schmutz muss hiermit eine beliebte Möglichkeit zur Darstellung der Armut gewesen sein.

Beispielhafte Korrelationen im Themenbereich Armut

In dem Themenbereich Reichtum hat das Wort „Prunk“ viele starke Korrelationen mit anderen Worten aufgewiesen, besonders stark zusammen mit dem Wort „Repräsentation“. Hierbei wurden auch speziell der Stoff „Satin“ und „Ohrschmuck“ häufig beschrieben. Solche Darstellungen, die heutzutage mit Prunk verbunden werden, waren also beliebt für die Darstellung von zur Repräsentation dienenden Gemälden. Dies war zum Beispiel bei Kaiserinnen häufig der Fall, die besonders häufig in ihrer repräsentativen Funktion gemalt wurden.

Beispielhafte Korrelationen im Themenbereich Reichtum

Insgesamt waren nur schwache negative Korrelationen enthalten. Das Minimum in beiden Datensätzen war mindestens -0,007, wobei diese Werte jeweils schon die Ausnahme darstellen. Die Maxima waren bei fast 0,5. Daraus lässt sich bezüglich des ausgewählten Datensatz schließen, dass die ausgewählten Schlagworte tatsächlich mindestens durchschnittlich oft zusammen vorkamen, also sich keine entgegenstehenden Begriffe ausgewählt wurden. Diese beiden Beispiele zeigen, wie somit zusammengehörige Begriffe in einem Datensatz leicht gruppiert werden können.

Ein verwandtes Verfahren ist das Clustering, das auf das Finden solcher Gruppen ausgelegt ist.

Die Clusteranalyse eignet sich dazu die Beziehungen der gefundenen themenspezifischen Tags bzw. Schlagwörter untereinander genauer nachvollziehen zu können und mögliche Ähnlichkeitsstrukturen aufzuzeigen. Ziel war es innerhalb der beiden Taglisten für Armut und Reichtum mehrere Themengruppen zu finden die entsprechend die Darstellung von Armut und Reichtum in der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts charakterisieren.

Bei der Clusteranalyse wird versucht eine Menge von Objekten, in diesem Fall die Tags, so zu gruppieren, sodass Objekte innerhalb einer Gruppe sich ähnlicher sind als zu Objekten anderer Gruppen. Die Ähnlichkeit der Objekte wird durch den Vergleich der einzelnen Objektattribute bestimmt. Dabei werden die Objekte durch Vektoren repräsentiert deren Komponenten den Attributen entsprechen. Um eine Clusteranalyse auf den Tags durchführen zu können musste somit zuerst eine geeignete Vektorrepräsentation der Tags gefunden werden.

Kunstwerke können durch die mit ihnen assoziierten Schlagwörter repräsentiert werden, umgekehrt wird jeder Tag (Objekt) durch die Menge der Kunstwerke beschrieben auf denen er vorkommt. Das heißt, es lässt sich für jedes Schlagwort ein Vektor bilden dessen Dimension der Anzahl der im Datensatz vorkommenden Kunstwerke entspricht. Jede Komponente des Vektors ist einem Kunstwerk zugeordnet und der Wert der Komponente gibt an wie oft der Tag auf diesem Kunstwerk getagged wurde. Anhand dieser Repräsentation können somit Aussagen darüber gemacht werden auf welchen Kunstwerken ein Tag vorkommt und wie oft er mit einem speziellen Kunstwerk in Verbindung gebracht wurde.

Nachdem im ersten Schritt die entsprechenden Vektoren der gesammelten Tags zu den beiden Themengebieten Armut und Reichtum gebildet wurden, war es im zweiten Schritt möglich ein Clusterverfahren anzuwenden. Hierfür wurde der DBSCAN37)Ester, Martin, et al. „A density-based algorithm for discovering clusters in large spatial databases with noise.“ Kdd. Vol. 96. No. 34. 1996. Algorithmus verwendet, denn dieser hat gegenüber anderen bekannten Algorithmen wie dem K-Means-Algorithmus den Vorteil, dass die Anzahl der Cluster nicht im Voraus bekannt sein muss, sondern vom Verfahren ermittelt wird. Zusätzlich ermöglicht dieser Algorithmus das Auffinden von Cluster beliebiger Form, während andere Verfahren nur Gruppierungen elliptischer Form erkennen. Der Algorithmus lässt sich anhand von zwei Parameter steuern, einer Entfernung ε und einer minimalen Anzahl von nächsten Nachbarn k. Denn der Algorithmus überprüft für jeden Punkt bzw. Vektor, ob dieser k nächsten Nachbarpunkte besitzt die nicht weiter als ε vom Punkt entfernt sind. Mittels dieser Vorgehensweise bilden sich Cluster aus Punkten die jeweils Maximal ε voneinander entfernt sind. Liegen keine der nächsten Nachbarn innerhalb dieses Radius so wird dieser Punkt als Ausreißer markiert. Demzufolge kann durch das erhöhen von k und das verringern von ε dafür gesorgt werden, dass die Punkte dichter bei einander liegen müssen um als Cluster erkannt zu werden.

Das Ergebnis der Clusteranalyse zeigte nicht wie erhofft mehrere kleine Gruppierungen innerhalb der Tagmengen auf, sondern erkannte jeweils nur ein Cluster, sowohl für die Tags von Armut als auch für die Tags von Reichtum. Je nachdem mit welchen Werten ε und k der Algorithmus aufgerufen wurde, änderte sich lediglich die Anzahl der erkannten Ausreißer. Obwohl die Clusteranalyse nicht die erhofften Gruppierungen lieferte, lässt sich trotzdem die Aussage treffen, dass es bezüglich der beschriebenen Repräsentation als Vektor unter den ausgewählten Tags keine Gruppen von stark in Beziehung stehenden Schlagwörter gibt.

Da anfangs nicht klar war, weshalb das Clustering nur einen Cluster erkannte, wurden weitere Untersuchungen angestellt. Insbesondere wurde die euklidische Distanz der Punkte zueinander, die auch im Algorithmus als Maß für die Ähnlichkeit verwendet wird, genauer untersucht.

Sowohl die Tags zum Thema Armut als auch die zum Thema Reichtum gruppieren sich jeweils um ein Clusterzentrum. Im Falle der Schlagwörter zu Armut stellte sich heraus, dass die Tags “SLUM“, “UNGEPFLEGT“, “BAUERNSTUBE“, “VIERTEL”, “GENRESZENE”, “TROSTLOS”, “BACKSTEINE” den Kern des Clusters bilden. Für die Schlagwörter zum Thema Reichtum wurde das Zentrum des Clusters durch die Tags “TEUER”, “GESCHMEIDE”, “STICKEREIEN“, “KOSTBAR“, “POMPÖS“, “REPRÄSENTATION“, “ADLIGE“, “LADY” gebildet. Das bedeutet das diese Schlagwörter vergleichsweise oft auf den gleichen Kunstwerken und dort mit ähnlicher Häufigkeit getagged wurden. Dieses Resultat erschien Anfangs unpassend, da anzunehmen war, dass die Schlagwörter “ARMUT” bzw. “REICHTUM” jeweils die Zentren bilden. Denn die jeweiligen Tags wurden anhand der Vorkommnisse zusammen mit diesen Schlagwörtern ausgewählt. Allerdings wurden die beiden vergleichsweise unspezifischen Wörter Armut und Reichtum mit einer deutlich höheren absoluten Häufigkeit getagged, sodass die einzelnen Komponenten ihrer Vektors größere Werte enthalten. Ihre Punkte liegen also nicht im Zentrum das Punkte so nicht die durchschnittlichen Komponentenwerte haben.

Leider wurden die Erwartungen, mithilfe einer Clusteranalyse innerhalb der Artigo-Daten, die anhand der herausgefilterten Tags untersucht wurden, eine Klassifizierung zu erreichen nicht erfüllt. Erhoffte Kategorien im Sinne von Howden-Chapman und Mackenbach oder Flum, die einzelne Themen in der Darstellung von Armut beschreiben, wie beispielsweise zu Wohnsituation, Gesundheitsrisiken oder den Personen selbst, konnten nicht identifiziert werden. Auch zur Thematik Reichtum ergaben sich keine einzelnen Kategorien, die für eine Ikonographische Einordnung hilfreich wären. Jedoch scheinen die Tags hier insgesamt weniger stark zu variieren. Dies könnte darauf hindeuten, dass Reichtum in der Kunst des 19. Jahrhunderts in weniger vielfältigen Weisen dargestellt wurde, als Armut.

Ein weiterer interessanter Punkt der sich bei der Analyse zeigte, ist dass die Entfernung der Tags zum Thema Armut untereinander stärker variiert als die Entfernung der Tags zum Thema Reichtum. Aber auch die mittlere Entfernung zwischen den Schlagwörtern zu Armut war fast doppelt so hoch im vergleich zu der mittleren Entfernung innerhalb der Auswahl zu Reichtum, wie in der folgenden Tabelle zu sehen. Demzufolge und in Anbetracht, dass die Korrelationen keine solche Entwicklung zeigen, wurden die Schlagwörter zu “ARMUT” öfter mit unterschiedlicher Häufigkeit getagged. Folglich finden sich die verschiedenen Tags zwar auf ähnlichen Kunstwerken, nehmen aber innerhalb dieser einen stark variierenden Stellenwert ein.

Werte zu den Entfernungen der Punkte (Tags) untereinander in den verschiedenen Tagmengen, berechnet anhand des euklidischen Abstands.

Um die Entfernungswerte besser einordnen zu können wurde eine Sammlung von zufällig ausgewählten Tags erstellt und anschließend entsprechenden Vektoren zu den Schlagwörtern gebildet. Im Vergleich zu den beiden Tagmengen zu Armut und Reichtum existieren in den zufällig ausgewählten Schlagwörter einzelne Begriffe, die sich in ihrer Vektorrepräsentation näher sind. Dies ist in der Zeile der Tabelle zu sehen, die die minimale Entfernung zweier Tags in angeben ist zu sehen. Allerdings sind die zufälligen Tags im mittel um ein Vielfaches weiter voneinander entfernt. Auch die maximale Entfernung ist bei den zufälligen Tags um ein Vielfaches höher. Dies spricht für die beiden erstellten Schlagwortsammlungen. Es zeigt nochmals auf das zwischen den ausgewählten Tags eine stärkere Beziehung besteht als zu anderen Schlagwörtern aus dem Gesamtdatensatz.

7. Düstere Zeiten? Farbanalyse von Armut und Reichtum

Im weiteren Verlauf der Untersuchung von Armut und Reichtum im langen 19. Jahrhundert wurde eine umfangreiche Farbanalyse der zugrunde liegenden Kunstwerke durchgeführt. Ziel dieser Untersuchung war eine Gegenüberstellung der beiden verwendeten Farbpaletten mit anschließendem Vergleich. Dabei sollten möglicherweise vorhandene Unterschiede oder Tendenzen in bestimmte Farbrichtungen ermittelt werden. Die Ergebnisse wiederum dienten dazu, im Vorfeld aufgestellte Hypothesen zu bestätigen oder zu widerlegen. Zu Beginn dieses Abschnittes wird ein kurzer Blick auf die zur Farbanalyse verwendeten Daten geworfen. Anschließend wird genauer erläutert mit welchen Methoden die Farben untersucht wurden. Zuletzt werden die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchung dargestellt und wie diese aus kunsthistorischer Sicht gedeutet werden können.

Für die folgende Analyse standen drei verschiedenen Datensätze zur Verfügung. Einer dieser Datensätze (A) beinhaltete ein Farbrepertoire von insgesamt 213 Farben, die jeweils mit einer eindeutigen Kennung versehen waren. Zu jeder Farbe waren außerdem deren L*a*b*-Werte sowie der Name der Farbe in verschiedenen Sprachen gegeben. Der L*a*b*-Farbraum beschreibt alle wahrnehmbaren Farben in einem dreidimensionalen System. Die L*-Koordinate steht für die Helligkeit einer Farbe und kann dabei Werte zwischen 0 (dunkel) und 100 (hell) annehmen. Wert a*-gibt die Position zwischen rot (a* positiv) und grün (a* negativ) an. Äquivalent dazu beschreibt b* die Einordnung zwischen gelb (b* positiv) und blau (b* negativ). Im Verlauf der Untersuchung wurden diese Daten zur Identifizierung der auf den Kunstwerken dargestellten Farben verwendet. Der zweite Datensatz (B) lieferte eine Zuordnung der Farben zu den Kunstwerken. Dazu waren zu jedem Bild die Kennungen der Farben angegeben, die darin vorkamen, allerdings ohne Angabe der Menge, in der die jeweilige Farbe aufgetreten war. Im Gegensatz dazu lieferte der dritte und letzte Datensatz (C) sehr wohl Angaben über die Menge der Farbe, jedoch ohne Farbkennung und dafür unter Angabe der beschriebenen L*a*b*-Koordinaten. Dies stellte eine zusätzliche Herausforderung dar, da die angegebenen Farben zunächst wie bereits angedeutet anhand dieser Werte identifiziert werden mussten.

Als Grundlage für die Untersuchung wurden zwei Sammlungen, jeweils einer für Armut und Reichtum, bestehend aus Kunstwerken aufgestellt. Der Fokus wird dabei auf den Gemälden im Datensatz liegen, da diese für die Farbanalyse aussagekräftiger als Fotografie oder Skulptur sind. Dazu wurde nach Werken gesucht, die mit den in Abschnitt 4 ermittelten Schlagworten getaggt wurden. Anschließend wurden für beide Sammlungen unabhängig voneinander die im Folgenden beschriebenen Untersuchungen durchgeführt. Das Hauptziel war dabei die am meisten verwendeten Farben für Reichtum beziehungsweise Armut zu ermitteln.

Der erste Schritt bestand darin, das Vorkommen der einzelnen Farben in den beiden Sammlungen zu bestimmen. Dazu wurden mithilfe des Datensatzes B die absoluten Häufigkeiten der Farben für beide Sammlungen ermittelt. Dieser Ansatz wurde allerdings schnell wieder verworfen, da die Mengen, in denen die Farben auftraten, nicht berücksichtigt wurde, unter anderem weil der dazugehörige Datensatz wie bereits erwähnt keine Angaben darüber enthielt. Folglich musste eine neue Herangehensweise erdacht werden, bei der Datensatz C in Betracht gezogen werden sollte, da dieser Datensatz zusätzlich Informationen über die Menge enthielt. Angaben zufolge handelte es sich dabei um den absoluten Wert an Pixeln im entsprechenden Bild, die die jeweilige Farbe haben. Da jedes Kunstwerk aufgrund seiner Maße aus einer unterschiedlichen Anzahl an Pixeln besteht, mussten die Werte für jedes Bild zunächst relativiert werden. Die absoluten Werte konnten dadurch durch relative Angaben ersetzt werden. Anschließend bestand die Aufgabe darin, aus den gegebenen L*a*b*-Werten die Farben zu bestimmen. Dazu wurde Datensatz A hinzugezogen, welcher die L*a*b*-Koordinaten für 213 Farben enthielt. Zur Identifizierung wurde jede Angabe aus Datensatz C unter Verwendung von CIEDE2000 mit allen 213 Farben aus A vergleichen. CIEDE2000 bezeichnet ein Maß zur Bestimmung des Farbabstandes zweier Farben im L*a*b*-Raum. Dieser sollte für nahezu identische Farben gegen null gehen. Für diese Arbeit wurden die Angaben aus C als die Farbe identifiziert, für die dieser Abstand am Geringsten war. Somit handelt es sich bei dem beschriebenen Verfahren eigentlich um eine Annäherung, bei der leichte Verfälschungen nicht ausgeschlossen werden können, jedoch wurde versucht diese durch Auswahl des minimalen Abstandes so gering wie möglich zu halten. Nachdem die größte Hürde überwunden war, wurden für jede einzelne Farbe deren über die Kunstwerke der jeweiligen Sammlung verteilten relativen Mengenangaben aufsummiert. Die Ergebnisse beider Sammlungen wurden absteigend sortiert und einander gegenüber gestellt. Die folgende Tabelle zeigt die Top 15 aller Farben für Armut und Reichtum.

Top 15 der Farben für Armut und Reichtum

Die Ergebnisse sind absteigend nach der Häufigkeit ihres Auftretens sortiert. Demzufolge sind die Farben, die an oberster Stelle stehen, am Häufigsten aufgetreten. Bei der kunsthistorischen Deutung dieser Analyseergebnisse fällt zunächst auf, dass sich die am häufigsten auftretenden Farben in Bezug auf die mit Armut und Reichtum getaggten Bilder weniger stark unterscheiden als anfangs vermutet. Stellt man beispielsweise die in der Einleitung erwähnten Werke von Courbet und Ingres gegenüber, so sind kräftige, leuchtende Rot- und Gelbtöne im Porträt Napoleons deutlich vorherrschender als bei Les Casseurs de pierres. Dagegen wird die kräftezehrende Tätigkeit des Steineklopfens, die vornehmlich von den niedrigsten sozialen Schichten ausgeführt wurde, in einer Farbpalette von Braun-, Grau und Grüntönen gemalt. Ein solcher Gegensatz ist bei der Untersuchung vieler Gemälde jedoch nicht erkennbar. Somit ist die intuitiv getroffene Annahme, dass Armit im Vergleich zu einer ausgeprägt Farbigkeit von Reichtum düsterer dargestellt wird bei einer umfangreichen Werkbetrachtung nicht haltbar. Denn sowohl unter den mit Armut als auch mit Reichtum getaggten Kunstwerken treten die beiden Farben Schwarzbraun und Schwarzrot am häufigsten auf. Ferner dominieren Farben wie Braunbeige, Ockerbraun und Perlweiß, die ebenso wie die „unbunten“ Standardfarben Schwarz und Weiß wohl bei einer Vielzahl figürlicher Gemälde aus verschiedenen Jahrhunderten auftauchen würden.

Auf Basis dessen kann die These aufgestellt werden, dass das jeweilige Sujet der Kunst im 19. Jahrhundert nur wenig Einfluss auf die Farbverwendung besaß. Dazu passt auch das ganz im Sinne der klassizistischen Farbabneigung Postulat des Malers Johann Heinrich Füssli in seinen Lecture on Painting, delivered at the Royal Academy (1801-1823), dass die Farbe „dem Inhalt und der Zeichnung noch mehr als das Helldunkel untergeordnet werden“ müsse. 38)Dittmann, Lorenz: Farbgestaltung in der europäischen Malerei. Ein Handbuch, Köln u.a. 2010, S. 219. Diese Erkenntnis könnte kunsthistorisch auch in Zusammenhang mit der Rückbesinnung auf die antike Vierfarbenlehre um 1800 gebracht werden. In einer Reihe kunsthistorischer Traktate aus dieser Zeit wird die Vollkommenheit griechischer Malerei aufgrund der Verwendung von nur 4 Farben – Weiß, Gelb (Ocker), Rot und Schwarz – hervorgehoben und in dieser Hinsicht die Farbgebung der folgenden Künstlergeneration maßgeblich beeinflusst. So griff beispielsweise Jacques-Louis David entschieden auf diese antike Vierfarbenskala zurück. 39)Rehfus-Dechène: Farbengebung und Farbenlehre in der deutschen Malerei um 1800, München und Berlin 1982, S. 42.

Das Resultat der Farbanalyse kann jedoch kaum mit der „Befreiung der Farbe“ und der Verwendung der gesamten Bandbreite der Spektralfarben durch die künstlerischen Strömungen zum Ende des 19. Jahrhundert in Verbindung gebracht werden. An die Stelle einer Hell-Dunkel-Malerei trat eine rein farbige, also „koloristische“ Farbe, die insbesondere im Neoimpressionismus um Paul Signac kulminierte. Nun könnte man argumentieren, dass diese Tendenzen in der Farbgestaltung sich lediglich auf Sujets abseits sozialkritischer oder repräsentativer Funktion erstreckten und somit weder Reichtum noch Armut darstellten. Ein Gegenbeispiel hierfür sind jedoch Georges Seurats Ölgemälde Une baignade à Asnières (1883-1884) und Un dimanche après-midi à l’Île de la Grande Jatte (1884-1886). 40)Rosenblum, Robert / Janson, H.W., Art of the nineteenth century. painting and sculpture, London 1984, S. 398 und 319. Was im ersten Augenblick nach einer stimmungsvollen, auf den Moment fokussierten Darstellung eines Sommertages aussieht, thematisiert durchaus die klar getrennten Gesellschaftsschichten im Paris des ausgehenden 19. Jahrhundert. Während im zweiten Gemälde die bessergestellte Pariser Bourgeoisie in eleganter Sonntagsmode und förmlicher Haltung zu sehen ist, zeigt das erste Werk die gleiche Stelle an der Seine nur vom anderen Ufer aus. Dort vergnügt sich in lässiger Haltung das zum Teil entkleidete Arbeitervolk, dessen niedrigeren sozialer Stand auch durch die räumliche Abtrennung vom rechten Seine-Ufer betont wird. Es zeigt sich eine Schwäche der Datenanalyse mithilfe von Tags, die anonyme Nutzer bei ausschließlicher Betrachtung eines Kunstwerks ohne Hintergrundinformationen und mit stark divergierenden Wissensstand vergeben haben. Um die Armut-Reichtum-Inhaltsebene und die damit verbundene sozialkritische Bedeutung im Werk Seurats zu erkennen, bedarf es dem kunsthistorischen Wissen zur Hintergrundgeschichte beider Werke.

 

8. Fazit

Das 19. Jahrhundert war in Europa mit mehreren Revolutionen, sowie gesellschaftlichen und politischen Umschwüngen eine historisch bedeutsame Epoche für die Entwicklung des Kontinents. Als Zeugen dieser Zeit hielten die Künstler ihre Erfahrungen und Eindrücke fest und schufen so Dokumente, die noch heute von der Lebensrealität der Menschen erzählen können. Gleichzeitig dokumentieren sie auch die Entwicklungen innerhalb der Kunst selbst, die sich in zahlreichen Strömungen, neuen Techniken und Künstlerselbstverständnissen ausdifferenzierte.

Infolge der zunehmenden Industrialisierung Europas, massiver Städtezuwanderung und politischer Neuerungen verschärfte sich im 19. Jahrhundert die Kluft zwischem Arm und Reich und im Zuge dessen die soziale Frage. Mit wachsender Bedeutung des (sozialen) Realismus und der Thematisierung von sozialen und gesellschaftlichen Aspekten eignet sich die Kunst des 19. Jahrhunderts um die Konventionen der Darstellung von Armut und Reichtum zu untersuchen.

In der Kunstgeschichte ist das übliche Vorgehen, einzelne, meist ikonische Kunstwerke herauszugreifen und exemplarisch zu untersuchen. So kann immer nur von ‚Stichproben‘ auf größere Zusammenhänge geschlossen werden. Im Rahmen dieses Projektes wurde deshalb interdisziplinär zwischen Kunsthistorikern und Informatikern zusammengearbeitet. Die Methoden der Datenanalyse ermöglichten es, große Mengen von Kunstwerken zu analysieren und die Ergebnisse kunsthistorisch einzuordnen. Ziel war hierbei auch ein methodischer Vergleich zwischen kanonischen Annahmen der Kunstgeschichte über Bilder von Armut und Reichtum im 19. Jahrhundert und den Ergebnissen der Analyse großer Datenmengen. Diese Daten, welche aus den Kunstwerken selbst, deren Metadaten und den zugehörigen Taggings bestanden, stammten aus dem Datenfundus der Plattform Artigo.

Die Recherche zu kunsthistorischen Erkenntnissen zu dieser Thematik zeigte sich nur mäßig erfolgreich. Es konnten zahlreiche Publikation zur Kunst des 19. Jahrhunderts im Allgemeinen und auch nützliche Informationen zur Ikonographie der Armut, sowie der Farbgestaltung in der Malerei gefunden werden. Anhand dieser wurden auch Kategorien innerhalb der Darstellungskonventionen von Armut als Erwartungswert für die späteren Analysen genutzt. Bezüglich der Repräsentation von Reichtum konnte jedoch keine vergleichbare wissenschaftliche Grundlage gefunden werden, sodass auf altbekannte Muster der Reichtumsdarstellung zurückgegriffen wurde.

Im Zuge einer ersten, überblickshaften zeitlichen Einordnung mithilfe des Artigo-Analytics-Centers zeigte sich bereits, dass der Tag ‚Armut‘ deutlich häufiger vergeben wurde, als ‚Reichtum‘. Außerdem bestätigte die ansteigende Häufigkeit von ‚Armut‘ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die grundlegenden Annahmen bezüglich der kunstgeschichtlichen Entwicklungslinien.

Anhand gewichteter Häufigkeiten von Tags im Zusammenhang mit ‚Armut‘ bzw. ‚Reichtum‘ konnten dann Begriffe herausgefiltert werden, welche die Datengrundlage zur weiteren Analyse erweiterten.

Die daraus resultierenden Ergebnisse entsprachen weitestgehend auch den Erkenntnissen zur Ikonographie von Armut und Reichtum. Die Taggings zu ‚Armut‘ skizzierten vor allem die Armen und ihr Aussehen sowie ihre Lebenssituation. Dabei gab es einerseits allgemeine Begriffe zur Situation (z.B. ‚Not‘, ‚Elend‘), andererseits aber speziellere, die das Umfeld der Stadt (z.B. ‘Gosse‘, ‚Baracke‘) und auf dem Land (z.B. ‚Bauernstube‘, ‚bäuerlich‘) beschrieben. Die Taggings zu ‚Reichtum‘ illustrierten wie erwartet die abgebildeten Personen selbst (z.B. ‚adlig‘, ‚Herrscherin‘) ihre Mode (z.B. ‚Geschmeide‘, ‚Wandbilder‘) und die Umgebung (z.B. ‚Ballsaal‘, ‚Stickereien‘).

Die Analyse der Korrelationen hat bereits erste vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Aufgrund der Datengrundlage sind die Ergebnisse leider aber noch nicht aussagekräftig genug und enthalten Ausreißer. Die fortlaufende Verschlagwortung der Bilddatenbank dürfte daher über den Verlauf der Zeit die Qualität der Ergebnisse verbessern.

Auch die Clusteranalyse, deren Ziel es war, einzelne Kategorien in der Darstellungsweise von Armut und Reichtum zu identifizieren, um so ein Muster der Ikonographie zu erhalten, lieferte wenig Erkenntnisse. Auch, wenn die Clusteranalyse nicht die erhofften Ergebnisse lieferte, war es trotzdem möglich Beziehungen zwischen den ausgewählten Tags zu bestätigen.

Im Zuge einer Analyse der Farbdaten von den Kunstwerken, die mithilfe der Taggings herausgefiltert wurden, sollte untersucht werden, inwieweit sich die Farbgestaltungen der Darstellungen von Armut oder Reichtum unterscheiden. Die am häufigsten auftretenden Farben unterschieden sich laut den Ergebnissen weit weniger, als erwartet. Im Grunde wurden sowohl für Armut als auch Reichtum sehr ähnliche Farben in der Malerei verwendet. Die Ergebnisse ließen lediglich eine leichte Verschiebung erkennen. Fehler bei der Analyse sind grundsätzlich nicht auszuschließen, jedoch hat eine stichprobenhafte Betrachtung einer kleinen Menge an Kunstwerken zu beiden Schlagworten ein ähnliches Ergebnis geliefert.

In dieser Untersuchung wurden hauptsächlich malerische Darstellungen von Armut und Reichtum thematisiert. Jedoch wäre es auch sehr wichtig, das damals noch immer recht junge Medium der Fotografie miteinzubeziehen. Leider konnte innerhalb des Projektes nicht näher auf das jeweilige Medium der Kunstwerke eingegangen werden, da die technische Herausforderung zu groß war. Seit der Erfindung praktikabler Drucktechniken 1839 wurde die Kamera gerne und in immer größerem Maße genutzt. Die ersten Fotografen waren meist wohlhabende Menschen, sodass sich in diesem Bereich möglicherweise eigene Darstellungsweisen von Reichtum identifizieren lassen. Mit der Erfindung preiswerterer Rollfilme nahm aber auch die Verbreitung von Kameras zu. Gleichzeitig wurde das Medium auch zur Dokumentation eingesetzt, weshalb auch fotografische Aufnahmen zur Armut wichtig für die Untersuchung wären. Schlussendlich könnte die Verbreitung der schwarz-weiß-Fotografie Erklärungsansätze für die herausgefundenen Farbwerte bieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklung hin zu einer digitalen Kunstgeschichte und damit die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Informatik einen Mehrwert für den Erkenntnisgewinn bringen kann. In der Untersuchung größerer Datenmengen mithilfe von Methoden der Datenanalyse konnten zur konkreten Fragestellung zur Darstellung von Armut und Reichtum im 19. Jahrhundert Aspekte untersucht werden, die anhand exemplarischer Forschung nicht oder sehr mühsam möglich wären.

Natürlich stößt auch diese Methodik an ihre Grenzen, insbesondere im begrenzten Rahmen eines universitären Projektes. Neben Problemstellungen bei der Datengrundlage selbst und dem technischen Vorgehen, konnten auch aus zeitlichen Gründen weitere interessante Forschungsansätze nicht thematisiert werden. Zum einen wäre eine tiefergehende Betrachtung der Ikonographie mithilfe weiterer Methoden sinnvoll. Dabei könnte auch noch stärker auf deren zeitliche Entwicklung anbetracht der vielfältigen Neuerungen im 19. Jahrhundert eingegangen werden.

 

Bibliographie   [ + ]

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